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Vom Trio mit Signalhorn bis zum Pieper


Von Simone Grawe

Retten, Bergen, Löschen, Schützen: Diese Schlagworte beschreiben kurz und prägnant die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr. Diese Elemente der Sicherheit und Gefahrenabwehr zählen für die Freiwillige Feuerwehr Bad Rothenfelde seit 100 Jahren.

Vor 100 Jahren: 32 Mitglieder gründeten die Freiwillige Feuerwehr Bad Rothenfelde und wählten aus ihrer Mitte Heinrich Meyer zum Hauptmann. Fotos: Feuerwehr Bad Rothenfelde
Vor 100 Jahren: 32 Mitglieder gründeten die Freiwillige Feuerwehr Bad Rothenfelde und wählten aus ihrer Mitte Heinrich Meyer zum Hauptmann. Fotos: Feuerwehr Bad Rothenfelde


„Am 26. Mai 1909 gelegentlich einer Gemeindeversammlung im Beisein des königlichen Landrats von Breitenbuch zu Iburg wurde der Gemeinde Bad Rothenfelde auferlegt, in Anbetracht der vielen Kurgäste, welche im Sommer hierorts weilen und bei evtl. Brande eines Gebäudes, welches von Kurgästen bewohnt sei, Menschenleben in Gefahr kommen könnten, eine Pflichtwehr zu bilden“, heißt es im Protokoll des Tätigkeitsberichts 1909. Gleich 32 Mitglieder traten seinerzeit der Wehr bei.

Heute zählt die Wehr 48 aktive Mitglieder, davon schon seit vielen Jahren vier Frauen, zehn gehören der Altersabteilung an: „Um den Nachwuchs brauchen wir uns gegenwärtig keine Sorgen zu machen“, freut sich Gemeindebrandmeister Michael Janböke.

Anstellleitern, eine Hakenleiter, eine pferdebespannte Handspritze sowie ein handgezogener Schlauchwagen: Das war die spartanische Ausstattung der Wehr im Jahre 1909. Mangels einer geeigneten Unterkunft fanden diese Gerätschaften in der Scheune von Heinrich Tepe ein Obdach: An dieser Stelle befindet sich heute die Kursporthalle.

Und wenn es brannte? Drei Kameraden wurden mit der Alarmierung betraut und erhielten jeder ein Signalhorn. Zunächst wurde also das Trio bei einem Brand benachrichtigt, das dann die Straßen seines Wohnviertels entlangradelte und kräftig ins Horn blies. Zusammen mit den Feuerwehrleuten eilten die Fuhrmänner zur Spritze, um ein Pferdegespann einzuschirren.

Mittlerweile hat die sogenannte stille Alarmierung Einzug gehalten, die im Februar 1985 im Beisein des damaligen Bürgermeisters Manfred Andernacht eingeführt wurde. Seitdem wird an jedem Dienstag um 19 Uhr über die Alarmmeldeempfänger (Pieper) ein Probealarm ausgelöst.

Die Aufgaben der Feuerwehr sind heute vielfältiger denn je, das zeigt deutlich ein Blick in die ansprechend gestaltete Festschrift, die pünktlich zum Festakt am kommenden Samstag erscheint. Darin enthalten ist zum Beispiel eine Bildergalerie über spektakuläre Brandeinsätze: 1975 brannte das Kurhaus, 1983 die Firma Nana-Schmuck, mehrfach entstanden Schäden nach Bränden in der „Langen Theke“; und im Sommer 2004 wurde das Tropenhaus im Vogelpark ein Raub der Flammen. Daneben war die Feuerwehr 1972 beim Abbruch der alten Wandelhalle ebenso gefordert wie beim Einsturz des Alten Gradierwerks im Juli 1989. Jüngste Einsätze in der Vergangenheit waren beim Brand der Bismarckhütte und beim Großbrand bei Lückebergfeld.

Nicht zu vergessen die technischen Hilfeleistungen und die Vielzahl der Einsätze bei Unfällen, die einen immer breiteren Raum einnehmen, oder die Einsatzvorbereitungen, Übungen, Wartungsarbeiten und internen Organisationsabläufe.

Statt in der Scheune von Heinrich Tepe sind Garagen, eine Werkstatt, ein Unterrichtsraum sowie Wohnungen in den Obergeschossen im dem 1937 erbauten Feuerwehrhaus an der Münsterschen Straße untergebracht. Das Gebäude, seinerzeit mit viel Eigenleistung errichtet, wurde 1973 und 1989 erweitert. Über einen neuerliche Anbau oder eine Verlegung des Standorts wird derzeit in den Ratsgremien diskutiert.

Auf den Festakt am 30. Mai in der Mehrzweckhalle Aschendorf freut sich die Feuerwehr ganz besonders, denn an diesem Abend erhält die Wehr ein neues Fahrzeug. Das sogenannte Hilfeleistungslöschfahrzeug löst das alte LF 16 ab. Im Anschluss steigt die Jubiläumsfete der Feuerwehr.
 
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